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Bierhefe

Bierhefe ohne Treber

Bierhefe ist ein vielfach genutzter Futterzusatz. Gerade jetzt in Fellwechselzeit hat sie besondere Bedeutung.


Zunächst, was ist Bierhefe?

Es ist ein Nebenprodukt der Bierbrauerei. 
Sie wird nach Abschluss der Gärung abgetrennt. Nach dem Trocknungsprozess (Walzentrockner; gelegentlich auch Sprüh-Trocknungsverfahren) und daraus folgende Abtötung der lebende Hefezellen, steht sie dann für die Fütterung zur Verfügung. 

Der Gehalt an u.a. B-Vitaminen und Mineral- sowie Spurenelementen ist bemerkenswert. Die Proteinverdaulichkeit ist hoch. Die Zellwände spezieller Bierhefestämme enthalten hohe Gehalte spezifischer Oligosaccharide, die prebiotische Wirkung haben.

 

Inhaltsstoffe und Zusammensetzung

Durchschnittliche Gehalte der Bierhefe
(Die Analysenwerte unterliegen den bei Naturprodukten üblichen Schwankungen.)

Trockenmasse              ca. 92%
Rohprotein                   ca. 43-45%
Rohfaser                      ca. 23%
Rohfett                         ca. 14%
Rohasche                     ca. 7% g/kg

ME, MJ/kg                   32

 

Aminosäuren

Die Aminosäuren werden nicht nur für die Herstellung von Eiweißen und Körpergewebe (Haut, Fell, Muskeln, Gefäße etc.) benötigt. Sie sind auch für fast alle körpereigenen Stoffwechselvorgänge wichtig. Aminosäuren regeln den Transport von Nährstoffen, bilden Enzyme, sind wichtig für das Immunsystem, bilden Botenstoffe und Hormone. Die wichtigsten in der Bierhefe sind:

Tryptophan                   0,6%
Lysin                            3,0%   
Methionin                     0,7%
Cystin                          0,6%
Threonin                       2,0%
und weitere

 

Vitamingehalt

B-Vitamine sind ebenso wichtig für den Energie- und Eiweißstoffwechsel. Zum Beispiel:

Vitamin B2 sorgt für gesunde Haut, ist wichtig für das Wachstum der Zellen. Es ist für die Verwertung von Kohlehydraten in der Zelle und für den Aufbau von Fermenten von Bedeutung.

Vitamin B6 in der Bierhefe unterstützt den Stoffwechsel der Aminosäuren und ist auch wichtig für die Bildung von speziellen Abwehrstoffen. Vitamin B6 spielt auch eine Rolle im Stoffwechsel der ungesättigten Fettsäuren. In diesem Fall wirkt es mit Methionin und Magnesium zusammen. Andererseits sorgt auch das Vitamin B6 für eine bessere Verwertung des Magnesiums.

Vitamin B12 fördert entscheidend die Bildung von roten Blutkörperchen. Vitamin B12 ist bei vielen Prozessen im Eiweiß-, Fett- und Kohlehydratstoffwechsel der einzelnen Zellen beteiligt

Vit. B1 Thiamin              70,00                mg/kg
Vit. B2 Riboflavin          25,00                mg/kg
Vit. B6 Pyridoxin           25,00                mg/kg
Vit. B12 Cobalamine      60,00                µg/kg
Nicotinsäureamid          600,00              mg/kg
Biotin                           750,00              µg/kg
Folsäure                       7100,0              µg/kg
Cholinchlorid                3500,00            mg/kg
Pantothensäure             30,00                mg/kg

 

Mineralien und Spurenelemente

Kalium stärkt die Nerven- und Muskelfunktion und ist wichtig für den geregelten Säure-Basen-Haushalt.
Magnesium aktiviert die enzymatischen Stoffwechselreaktionen im Organismus. Magnesium ist außerdem wichtig für die Nerven und Muskelfunktion und wird auch als "Anti-Stress-Mineral" bezeichnet.
Zink ist der Zündschlüssel für zahlreiche Enzyme, gerade auch im Eiweißstoffwechsel für Zellfunktionen. Zink ist wichtig für die gesunde Haut und es ist ein entscheidender Faktor bei der Wundheilung.
Selen aktiviert ebenfalls Enzymsysteme und ist ein wichtiger Bestandteil des antioxidativen Schutzsystems des Körpers. Selen schützt vor schädigenden freien Radikalen, gerade in Verbindung mit dem Enzym Glutathionperoxidase und im Zusammenspiel mit Vit. E.

Calcium            2,80      g/kg
Phosphor         14,7      g/kg
Magnesium       2,30      g/kg
Kalium              22,0      g/kg
Natrium             1,4        g/kg
Eisen                70,00    mg/kg
Mangan            10,40    mg/kg
Zink                  64,00    mg/kg
Kupfer              30,0      mg/kg
Molybdän         1,10      mg/kg
Cobalt              0,24      mg/kg
Fluor                1,89      mg/kg
Selen                0,82      mg/kg

(Quellen: DLG Futterwerttabellen, Rechenmeister für die Pferdefütterung, Pferdefütterung - H.Meyer/M.Coenen, Herstelleranalyse für Bieros Bierhefe)

Durch diese wirkungsvolle Kombination der Bestandteile von Bierhefe hat sie hervorrragende Eigenschaften zur

  • Verbesserung Haut, Fell und Hufe
  • Der Stabilisierung des Magen-Darm-Traktes, Aufbau einer gesunden Darmflora durch
  • Diätetische und prebiotische Wirkmechanismen
  • Mineral und Vitaminversorgung
  • Adsorption und Inaktivierung von Schadbakterien und Mykotoxinen

Anwendung bei Dysbakterie und Hufrehe

Eine hohe Stärke- bzw. Fruktanaufnahme kann im Blinddarm und Dickdarm des Pferdes zu Abnahme des pH-Wertes, Anstieg des L-Laktats (auch im Plasma) und einer Dominanz grampositiver Bakterien, insbesondere Streptokokken führen. Parallel dazu zeigten die Pferde mitunter Symptome einer Hufreheerkrankung.

Unterschiedliche Studien mit Hefen bei Wiederkäuer und Pferd lassen eine stabilisierende Wirkung der Hefen auf pH-Wert und mikrobielle Flora, einhergehend mit höherer Synthese flüchtiger Fettsäuren und geringeren Laktatspiegeln vermuten.

Quelle: Dissertation, Kirsten Köpke, „Prüfung stärkehaltiger und probiotikasupplementierter Rationen für Pferde mittels In-vitro-Verfahren“, Uni Leipzig, 2010